Balsam für die Seele
Wer braucht das nicht? In unserer kühlen Ellenbogen-Gesellschaft laufen warme Worte runter wie Butter. Welche Methoden neben Schulterklopfen und Ohrenkitzelei hilfreich sein könnten, könnt ihr meinen (nicht ganz ernst gemeinten) Tipps entnehmen.
1.) Für ganz lange weggehen! Distanz: So weit wie möglich. Ja, genau: Pack deine Koffer, buch einen Flug in ein fernes Land und du kannst dich vor langen Abschiedsbriefen gar nicht mehr retten! Wenn du dir dabei noch ein kriminelles Entwicklungsland ausgesucht hast, was regelmäßig Schlagzeilen bei “amnesty international” macht, dann bekommen die Briefe noch eine tragische Nuance – es könnte ja der letzte sein!
2.) Valentinstag zelebrieren. Dieser “V-Tag” hatte mir in Deutschland nie viel bedeutet, war für mich “halt irgend so ein erfundener Liebestag, und mit Liebe naja da hab ich nicht so viel zu tun”. Doch hier am BCS wurde da ein großes Ding rausgemacht. Unter anderem wurden vorab liebevolle Karten geschrieben, um Anderen ihre Liebe auszudrücken – die brüderliche natürlich!
3.) Geburtstag in einem Internat feiern. Da hat von morgens spät mit “Happy Birthday-Singen” bis abends spät am Lagerfeuer Leute um sich. Durch die große Kinder- und Mitarbeiterschar gibt es auch jede Menge kleine Kärtchen mit aufmunternden Grüßen. Die Geschenke fallen allerdings mangels DOC-Center und Amazon etwas kleiner als gewohnt aus
4.) Zu uns kommen
Ne mal ernsthaft: Ein für mich besonderer Aspekt beim BCS ist der fröhliche Wind, der hier weht. Es wird viel Wert darauf gelegt, sich gegenseitig zu ermutigen und Kindern immer wieder Lob zukommen lassen, um so eine negative Grundstimmung zu vermeiden. Und das ist echt toll! Wenn ich mit Schweißperlen einen Kuchen zuzsammengekleistert habe, fühlt es sich gut an, wenn einem ein paar Leute “Gut gemacht!” sagen. Natürlich darf auch nicht durch zu viel Lobhudelei abheben oder sich bequem zurücklehnen, aber ein gutes Maß an Feedback räumt ein paar Unsicherheiten schon bei Seite und ermutigt dazu, weiterzumachen. Ein positiver Geist unter Christen bewahrt auch ein wenig davor, lästerliche Töne oder bösartigen Sarkasmus anzustimmen. Aber natürlich muss ich weiterhin persönlich bei der Wort- und Themenwahl aufpassen denn auch die tollste Gemeinschaft kann einem vor einem schnellen Mundwerk nicht beschützen
“Keine schlechte Rede gehe aus eurem Munde, sondern was gut ist zur notwendigen Erbauung, daß es den Hörern wohltue.” (Eph. 5,24)
April 2nd, 2010 at 21:30
Hi, Bassi,
von wem ist denn dieses schöne Rosenherz. Wachsen Rosen auch im Senegal? Balsam für deine Seele hast du ja in deinem Leben genug bekommen, so dass du davon reichlich weitergeben kannst, oder?
Liebste Grüße
Mama
April 11th, 2010 at 18:55
Moin Bassi,
les gerade Balsam für die Seele. Es ist doch erstaunlich, wie man seinen Horizont für so abgestandene Tage, wie den Valentinstag, erweitern kann und das in einem Land, dem “der Westen” Entwicklung bringen will!!!! Lern weiter so und gib deine Erfahrungen reichlich an uns weiter (grins) Wir sind noch aufnahmefähig!!
LG
Thea
April 13th, 2010 at 08:39
Hi Bassi,
wie wahr…wie schnell sind wir am kritisieren, doch wie schwer fällt es uns zu loben!!! Hoffnungs- und Perpektivlosigkeit, Unzufriedenheit sind wohl die Probleme unserer Wohlstandsgesellschaft. Geniess die Zeit im Senegal und lerne viel. Ich hoffe Du kannst viel für dein Leben ‘mitnehmen’.
Danke das Du dir immer wieder die Mühe machst uns von deiner Zeit dort zu berichten und das Du immer mal Karten und emails verschickst.
Glg
Tascha