Für den Moment leben
Was für ein schwärmerischer Satz aus meinem Munde, mag vielleicht mancher jetzt denken. Aber ein Stück weit gute Lebensphilosophie steckt da schon hinter, egal ob man nun Kopf- oder Herzensmensch ist. Das habe ich in mancherlei Situation gelernt. Vor ein paar Tagen saß ich genüsslich in meiner Hängematte und wollte mir ein paar Lernverse in meinen Kopf reinklopfen. Kann man ja immer mal gut gebrauchen. Ich hatte kurze Zeit vorher (oder nachher, die Erinnerungen verblassen recht schnell) in Galater gelesen, “Lasst uns nun, wo wir Gelegenheit haben, an allen Gutes tun…” (Gal 6,10).
Währenddessen hörte ich afrikanische Stimmen. Ein paar Jungen liefen am Schulzaun herum und haben mich auch schnell in meiner Hängematte gesichtet und wild gerufen. Dann kam wieder einer dieser Momente, wo man spontan entscheiden muss. Soll ich jetzt einfach liegen bleiben und meine Siesta genießen oder kommen und Hallo sagen? Mein Gewissen trieb mich zur letzteren Wahl. Die Jungs haben sich sehr gefreut, haben das bisschen Schokolade gleich mit Kusshand aufgenommen und ließen sich auch zu einem albernen Foto hinreißen. Sie wollten dann gleich Fußball spielen, was aber leider nicht geklappt hat.
Wie dem auch sei: Es ist wichtig, aus den Situationen, die das Leben so bietet, das Beste draus zu machen. Klar, Studien, Lernen und Planungen haben auch ihren Platz, aber wir als Christen sollten auf die Balance zwischen Lernen und Anwenden achten. Ich habe schon mehrfach erfahren können, dass Gott manche Bitten vom Schlage “Gib mir mehr Dienstbereitschaft, lass mich hingegebener werden, gib mir mehr Liebe” nicht mit starken Mukkis und aufregenden Liebesgefühlen beantwortet, sondern schlicht Möglichkeiten schenkt, wo man Dienst, Hingabe und Liebe beweisen kann – oder auch nicht. Oftmals ergeben sich mir hier Situationen, wo ich entweder stumpf meinem Arbeitsrhythmus folgen oder Gelegenheiten zum Unterhalten und Spaßhaben wahrnehmen kann.
Da fällt mir z.B. meine letzte Andacht ein. Ich war gerade etwas über David und Mephiboset am Vorbereiten, dass man auch auf Leute zugehen sollte, die einem vielleicht nicht so passen oder nicht so beliebt sind. Schwuppsdiwupp kam ein etwas träumerischer Junge vorbei, der unbedingt kämpfen wollte. Ich war zwar gerade nicht für Schwertkampf aufgelegt, aber ihm hat’s großen Spaß gemacht.
Also, lasst uns die Zeit auskaufen und so viel wie möglich aus den kleinen Gelegenheiten und aus den vielen Tagen, die wir haben, herausholen!
Februar 23rd, 2010 at 14:18
Dazu fällt mir gerade ein Spruch ein, den ich mir aufgehoben habe:
Die wichtigste Stunde ist immer die Gegenwart.
Der bedeutendste Mensch ist immer der, der dir gerade gegenübersteht.
Das notwendigste Werk ist stets die Liebe!
Ich finde das passt zu deinen Erfahrungen. In diesem Sinne viel Erfolg beim Umsetzen für dich und mich.
Mama
Februar 23rd, 2010 at 14:33
Und noch ein Spruch:
“Es ist ein großer Vorteil im Leben, die Fehler, aus denen man lernen kann, möglichst früh zu begehen.”- Winston Churchill
und
“Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden.” – Mark Twain