Tiere in Afrika
Unsere Haustierreich in Ostfriesland war (und ist es immer noch) relativ klein, oder, genauer gesagt, nicht vorhanden. Meine Eltern und auch ich selber konnten einem deutschen Schäferhund genauso wenig abgewinnen wie einer jauligen Katze. Vor langer Zeit hatten wir mal ein paar glückliche Goldfische in unserem Teich schwimmen. Irgendwann haben die dann aber mal ins Gras bzw. in die Teichfolie gebissen. Wahrscheinlich hat Eggard nicht genug den Kescher geschwungen und sie vor den Killeralgen, die ihn jeden Tag an den Teich getrieben haben, geschützt…
Und überhaupt: Mit Tieren konnte ich nicht allzu viel anfangen. Beim Zeitungaustragen haben manche Hundehäuser mich jedes Mal zu Herzklabaster und Stoßgebeten geführt. Und wenn ich an die entblößten Herren und Frauen aus dem grünen Lager denke, die für “Tierfälle” und “Elfenbeinhorn” kämpfen, dann äh ja wird mir ganz anders.
Hier in Afrika ist das Thema Tiere auf einmal höchstinteressant! Das liegt im Wesentlichen daran, dass es hier andere Tiere gibt und man die nicht nur in arte-Tierfilmen, sondern mit den eigenen Augen bestaunen kann. Ein paar von diesen möchte ich heute mal vorstellen:
Fangen wir mit meinem neuen Lieblingstier an. Dem Chamäleon. Das ist das Ding was seine Hautfarbe ändern kann. Das funktioniert tatsächlich, und zwar rasend schnell. In den Bäumen sind die fast nicht lokalisierbar, weil sie ungefähr das selbe Grün wie die Blätter haben. Und steckt man sie in einen Rucksack, ist die Haut sehr dunkel, fast schon schwarz. Nun, warum sollte man ein Chamäleon in einen Rucksack stecken, fragt ihr euch wahrscheinlich. Das passiert, wenn drei Jungen auf die glorreiche Idee kommen, ein Chamäleon als Haustier zu halten. Die erste Woche musste “Robby” in einem provisorischen Behausung namens Mülleimer leben. Die vielen Luftschlitze haben für ausreichend Luftzufuhr gesorgt. Um das Essen mussten wir uns dann kümmern. Als Allroundspeise haben wir ihm Grashüpfer serviert. Die kann, wenn man geschickt ist, mit der Hand fangen. Mir waren sie mit ihrer enormen Sprungweite (aus dem Stand bis zu 2m) meiner Grobmotorik aber immer einen Schritt voraus, also
habe ich mich mit Tupperware bewaffnet und Grashüpfer gehortet. Eine große Attraktion, besonders für Kinder, ist dann der “Verzehrvorgang” des Chamäleons. Er checkt die Umgebung mit zwei Augen ab, die sich unabhängig von einander bewegen können. Sieht aus wie Schielen. Noch besser ist aber seien Fähigkeit, auch nach hinten schauen zu können. Das wäre für Männer bestimmt hilfreich, nach einem romantischen Abendessen zu überprüfen, ob die Frau nicht wirklich hinterher schaut. Nunja, a propos Essen: Hat Robby sein Ziel anvisiert, geht er nicht etwa hin und rennt ihm hinterher, nein, er streckt einfach seine Zunge raus, rollt den Grashopfer ein und schluckt ihn runter. Das geht über geschätzte 20cm und sieht sehr beeindruckend aus. Die Jungs haben sich kaum wieder eingekriegt und immer wieder Grashüpfer gesucht. Das Beste an der ganzen Sache ist sein humorloser Blick
Die Afrikaner haben an Chamäleons aber nicht sehr viel Spaß. Die denken, ein Chamäleon wäre der Teufel. Weil die ja ihre Farbe ändern können. Ob diese Angst nun muslimisch oder animistisch ist, fragt mich nicht, auf jeden Fall halten sie die Chamäleons für böse. Unsere
Putzfrau kam an einem Freitag und hat das Haus nach Erblicken des Chamäleons fluchtartig wieder verlassen. Also mussten wir einen Käfig draußen bauen, was wir mit Wellblech und Ziegelsteinen gemanagt haben. Aber unser Alcatraz war wohl nicht sicher genug, irgendwie hat es Robby wieder zurück in die Freiheit geschafft. Ist wahrscheinlich auch besser so…
Jetzt habe ich so viel Text über ein einziges Tier geschrieben, die anderen folgen später. Bis bald, euer Naturexperte Bassi
November 28th, 2009 at 05:06
Süß!
November 28th, 2009 at 18:28
Hi, Bassi,
ich wußte gar nicht, dass chamälions so klein sind. Im übrigen macht sich bei uns Nachbars Katze auf der Bank unter unserem Carport bequem, natürlich auf dem Sitzkissen, das ich dort liegen habe. Und stell dir vor, sie darf da sitzen bleiben. Sieht sogar süß aus, wenn man angefahren kommt und 2 treuherzige Katzenaugen blicken einen an! Die Augen meines Sohnes wären mir zwar lieber, aber man kann ja nicht alles haben!
LG Mamatschi
November 28th, 2009 at 22:41
Mensch Bassi, du wirst mir ja noch zum Umweltaktivist dadrüben. Aber denk dran, wenn man in seinen jungen Jahren Tiere schützt und mit Steinen schmeißt, wird man später mal Außenminister
Save the Chamäleons!
November 29th, 2009 at 13:50
ich finds toll! was unsere eltern uns verwehrten, begeistert uns nun wenigstens doch ein bißchen;!
mein neuer hamster heißt fips! er hat einen lilanen käfig mit rosa laufrad und oranges häuschen… und er ist weiss und hat rote augen! ein opfer-hamster, aber ich mag ihn! ehrlich!
danke für die liebe karte bruderherz, da musst ich glatt heulen. hab dich lieb und weiter so!
November 29th, 2009 at 16:03
Also ich nehm dich mal mit auf eine Tiersafari, dann wirst du feststellen das deine Behauptung nicht stimm. man hat sich nur an alles gewöhnt und vergisst in die kleinen ecken zu sehen… ich behaupte sogar bei uns gibt es schönere tiere als in Afrika!!!
Liebe grüße und viel spass noch der Franky
Dezember 4th, 2009 at 00:19
ach warum heulen denn immer alle, da fühle ich mich ja ganz schlecht, wenn ich alle zum Weinen bringen
Sarah ich vermiss dich auch. Wir hatten heute ein Raclette-Essen, aber ohne die Family ist das nur halb so schön!
@franky: Naja das mit den wilden Tieren am Wybelsumer Polder kauf ich dir noch nicht so ganz ab, aber ich bin für eine Ostfriesland-Safari schon offen
@Jan: Alles nur das nicht! Wir haben jetzt schon unser 4tes Haustier und unser Haus hat schon den Ruf als Tierhalter weg. Man sollte doch mal die Peta (angeblich irgend so n Tierschutzclub) rufen. Auf deinem Blog habe ich ja schon ein ekliges Tier gesehen. Gibt’s da noch mehr?
@Mama: Meinst du Sam? Ja das war eine gute Ersatzkatze, pflegeleicht und süß
So und morgen bekommt ihr dann den ersten Rundbrief, die Mammutaufgabe wäre erledigt…
Dezember 4th, 2009 at 10:52
Ne, Bassi, nicht Sam, sondern die dicke Luci mit ihrem Hängebauch, die uns immer den Rasen vollgeschissen hat,
aber ihre Blicke haben uns weich gemacht. Vielleicht ist das ja ihre letzte Ruhestätte. Na,ja, so leicht wird man zum Katzenfreund.